PROF. DR. DANA MIETZNER 

TH WILDAU

"Was ist eigentlich
das ViNN:Lab?"

3 Fragen an Prof. Dr. Dana Mietzner

Sie sind Pro­fes­so­rin für Innovations-​ und Re­gio­nal­ma­nage­ment an der TH Wild­au.
Was ist denn das dor­ti­ge ViNN:Lab?

Das ist der Ma­ker­space der TH Wild­au: ein Krea­tiv­la­bor, das di­gi­ta­le Fer­ti­gungs­tech­ni­ken wie z. B. ver­schie­de­ne 3-​D-Drucker oder Laser Cut­ter, ent­spre­chen­de Ma­te­ria­li­en, Ar­dui­no Kits, eine di­gi­ta­le Stick­ma­schi­ne, Soft­ware und Werk­zeu­ge um­fasst. Das ViNN:Lab bie­tet damit eine spe­zi­fi­sche In­fra­struk­tur, die nie­der­schwel­lig nutz­bar ist – ohne spe­zi­el­le Vor­kennt­nis­se, aber In­ter­es­se und Lust am Ex­pe­ri­men­tie­ren vor­aus­setzt. Hier ent­ste­hen klei­ne und große Pro­to­ty­pen für neue Pro­duk­te, aber auch Er­satz­tei­le, Upcycling-​Gegenstände oder ein­fach „Hand­ge­mach­tes“.
 
Unser Ziel ist, Krea­ti­vi­tät und Pro­blem­lö­sungs­fä­hig­kei­ten an­zu­re­gen, aber auch, die in­ter­dis­zi­pli­nä­re Zu­sam­men­ar­beit zu för­dern und Spaß am Um­gang mit den Ge­rä­ten und Werk­zeu­gen zu ent­wi­ckeln. An den Open Lab Days kom­men Bür­ge­rin­nen und Bür­ger aus der Re­gi­on, Schü­le­rin­nen und Schü­ler und Stu­die­ren­de aus allen mög­li­chen Stu­di­en­gän­gen, um im ViNN:Lab Pro­jek­te zu rea­li­sie­ren.
 
Auch in der Lehre nut­zen wir diese In­fra­struk­tur, z. B. im Rah­men von Projekt-​ und In­no­va­ti­ons­ma­nage­ment. Die Stu­die­ren­den ent­wi­ckeln dann etwa klei­ne Lern­spie­le mit selbst er­stell­ten Spiel­fi­gu­ren, die mit dem Laser Cut­ter oder 3-​D-Drucker ent­ste­hen. Oder auch in­no­va­ti­ve Kon­zep­te für den sta­tio­nä­ren Han­del, die pro­to­ty­pisch vi­sua­li­siert wer­den, so­dass am Ex­po­nat auch gleich Nut­zer­tests durch­ge­führt wer­den kön­nen.

Das ViNN:Lab – ein Krea­tiv­la­bor für alle mit fas­zi­nie­ren­den Mög­lich­kei­ten rund um di­gi­ta­le Fer­ti­gungs­tech­nik

Wie sieht für Sie das idea­le Mo­bi­li­täts­kon­zept von mor­gen hier für die Re­gi­on aus?

Ich per­sön­lich kann mir das au­to­no­me Fah­ren vor­stel­len. Die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten finde ich be­ein­dru­ckend. Man könn­te viel Zeit spa­ren und wäh­rend der Fahrt an­de­re Dinge er­le­di­gen; dann wäre auch ein län­ge­rer An­fahrts­weg, z. B. aus dem Süden Bran­den­burgs, gut in den All­tag in­te­grier­bar.
 
Grund­sätz­lich brau­chen wir aber ein neues Mo­bi­li­täts­ver­ständ­nis. Ich fahre und be­sit­ze selbst noch ein Auto und würde gern auf fle­xi­ble, prak­ti­ka­ble Carsharing-​Angebote zu­rück­grei­fen oder viel stär­ker den ÖPNV nut­zen – wenn mich der Bus auch nach 21 Uhr noch zu­ver­läs­sig nach Hause brin­gen würde, die Mit­nah­me von Fahr­rä­dern mög­lich wäre oder Carsharing-​Angebote in länd­li­chen Re­gio­nen über­haupt ver­füg­bar wären. Der Aus­bau si­che­rer und flä­chen­de­cken­der Rad­we­ge würde si­cher­lich auch dazu füh­ren, dass viel mehr Men­schen mit dem Fahr­rad un­ter­wegs sind.
 
Durch elek­trisch un­ter­stütz­te Fahr­rä­der sind nun auch län­ge­re Stre­cken mit dem Fahr­rad mög­lich – eine tolle Sache. Man könn­te auch über­le­gen, über­dach­te Fahr­rad­we­ge für be­stimm­te Stre­cken vor­zu­hal­ten, oder Ideen ent­wi­ckeln, um auch bei Regen zu fah­ren. Eben­so wären auch krea­ti­ve Kon­zep­te für eine Kom­bi­na­ti­on von Mo­bi­li­tät und Ver­sor­gung denk­bar.

Wo hal­ten Sie sich hier au­ßer­halb von La­bo­ren, In­sti­tu­ten und Hör­sä­len sonst gerne auf?

Ich bin sehr gern in der Natur. In der Wald- und Se­en­land­schaft gibt es immer wie­der viel zu ent­de­cken, ob mit dem Fahr­rad, am See oder ein­fach nur so. Ich mag be­son­ders die ru­hi­gen Ge­gen­den, klei­ne Orte und die ty­pi­schen Feld- und Wald­we­ge – be­son­ders im Früh­ling und Herbst. Das tut mir gut und ist ein wich­ti­ger Aus­gleich zu un­se­rer di­gi­ta­len Welt, in der es oft um das Neue geht, um Ver­än­de­run­gen und die Zu­kunft. In der Natur geht es eher um den Mo­ment.

Ru­hi­ge Mo­men­te der In­spi­ra­ti­on am See als Aus­gleich zu den dy­na­mi­schen In­no­va­ti­ons­pro­zes­sen der di­gi­ta­len Welt