Der Forschungsbereich PYCO (Polymermaterialien und Composite) des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung (IAP) bündelt in Wildau ab sofort seine Leichtbaukompetenzen. Der bisherige Standort in Teltow wurde zugunsten der neuen 2.700 Quadratmeter umfassenden Büro- und Laborgebäude im Technologie- und Wissenschaftspark Wildau geschlossen. Neben Laboren für Materialentwicklung verfügen die Räumlichkeiten auch über Platz für Fertigungstechnologien für größere Bauteile – sei es für die Luft- und Raumfahrt, den Automotive-Bereich, Windkraftanlagen oder Schienenfahrzeuge.

Im Fokus des Schaffens der aktuell bereits 30 Forscherinnen und Forscher stehen Faserverbundwerkstoffe auf der Basis von duromeren Reaktivharzen. Dabei handelt es sich um flüssige Kunststoffe, die für kurze Zeit formbar sind und später aushärten. Darüber hinaus beschäftigen sich die Forschenden auch mit thermoplastischen Kunststoffen, die höchste Ansprüche erfüllen müssen. War der Forschungsbereich bislang stark auf die Materialwissenschaften ausgerichtet, fließt nun auch die ingenieurtechnische Sichtweise des Leichtbaus mit ein. Dazu wurde die reine Materialentwicklung um die Fertigungskette erweitert, wovon vor allem Industriekunden profitieren.

Herzstück des Wildauer Technikums ist u.a. eine Imprägnieranlage, die modular aufgebaut ist und für Beschichtungen, Imprägnierungen und Prepreg-Herstellung – also die Anfertigung vorimprägnierter Verstärkungsfasern – genutzt werden kann.

„Wir versammeln nun alle Disziplinen unter einem Dach und haben darüber hinaus die räumlichen Kapazitäten für ingenieurtechnische Disziplinen. Unser Credo ist: Vom Monomer bis zum Bauteil – alles aus einer Hand“, erklärt Prof. Holger Seidlitz, der den Forschungsbereich PYCO leitet.

Neben der Leitung des Forschungsbereichs PYCO am Fraunhofer IAP in Wildau hat Seidlitz eine Professur an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg inne, also der „Hauptstadt“ des Strukturwandels in der Lausitz. „Durch den neuen Standort werden wir die Achse Wildau–Cottbus künftig noch enger bespielen und eine große Bandbreite an Kompetenzen bieten“, so Prof. Seidlitz. „Auf diese Weise können wir die Strukturwandelaktivitäten noch besser unterstützen als bisher“. Der neue Standort bietet also zahlreiche Vorteile – nicht nur für die Forschung, sondern auch für Industriepartner und die Region.