Die Ergebnisse des Mitte August veröffentlichten Global Entrepreneurship Monitors (GEM) 2020 zeigen die wachsende Vielfalt der Menschen, die ein eigenes Unternehmen gründen. Gründende werden weiblicher, immer jünger und Menschen mit Einwanderungsgeschichte gründen häufiger.

„Trotz der Spuren, die die Corona-Pandemie zweifelsohne hinterlässt, zeigen die aktuellen Daten des Global Entrepreneurship Monitors erfreuliche Entwicklungen: Viele junge Menschen, Frauen und Menschen mit Einwanderungsgeschichte gehen den Schritt in die Selbstständigkeit“, erklärt Thomas Jarzombek, Beauftragter des BMWi für Digitale Wirtschaft und Start-ups. Gründerinnen und Gründer sind zentrale Akteure in der Sozialen Marktwirtschaft. Sie schaffen nicht nur Arbeitsplätze für sich und für andere, sondern können agil auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren. Gerade in Krisenzeiten sind neuen Unternehmen, die innovative Lösungen probieren und damit den Strukturwandel vorantreiben, von großer Bedeutung.“

Die Corona-Pandemie wirkt laut dem GEM-Bericht zugleich beflügelnd und bremsend auf Unternehmensgründungen. Mit 4,8 Prozent liegt die Gründungsquote im Jahr 2020 etwa auf dem Niveau von 2018 (5,0 Prozent).1 2019 lag sie bei 7,6 Prozent. Ein Viertel der Gründungen im Jahr 2020 betrifft Gründungschancen, die erst durch die Pandemie entstanden sind. 63 Prozent der Personen mit Gründungsabsicht haben demgegenüber die Geschäftsaufnahme wegen der Pandemie im Frühjahr 2020 verschoben.

In Deutschland konzentrieren sich die Gründungsaktivitäten seit den letzten drei Jahren immer mehr auf die jüngeren Altersgruppen. Im Jahr 2020 verzeichneten die 18-bis 24-Jährigen mit 6,8 Prozent und die 25- bis 34-Jährigen mit 5,4 Prozent die höchsten Gründungsquoten aller Altersgruppen. Die Gründungsquote der 18- bis 24-Jährigen ist somit fast dreimal so hoch wie die der ältesten Altersgruppe der 55-bis 64-Jährigen, die bei 2,4 Prozent lag.

Mit 4,4 Prozent ist die Gründungsquote der Frauen fast so hoch wie die der Männer (5,1 Prozent), obgleich natürlich Luft nach oben verbleibt. Gründungen durch Frauen blieben während der Corona-Pandemie stabil. Im internationalen Vergleich hat Deutschland ein ausgeglichenes Verhältnis an männlichen und weiblichen Gründenden.

Die Gründungsquote von Menschen mit Einwanderungsgeschichte ist mit 5,6 Prozent im Jahr 2020 in Deutschland höher als die Gründungsquote der Menschen ohne Einwanderungsgeschichte (4,7 Prozent). Menschen mit Einwanderungsgeschichte bringen vergleichsweise oft Prozessinnovationen hervor.

Der GEM-Länderbericht Deutschland ist in Kooperation zwischen dem RKW Kompetenzzentrum (www.rkw-kompetenzzentrum.de) und dem Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover (www.iwkg.uni-hannover.de) für das BMWi entstanden. Die Ergebnisse des Länderberichts basieren auf Befragungen von weltweit 135.942 Bürgerinnen und Bürgern (davon 3.003 in Deutschland) sowie von 1.821 Gründungsexpertinnen und Gründungsexperten in 44 Ländern (davon 72 in Deutschland).

Der vollständige GEM-Länderbericht Deutschland steht hier als kostenfreies PDF zum Download zur Verfügung.

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